Konzept zur Jahrgangsgemischten Grundschule
Auf dieser Seite möchten wir Ihnen eine Idee von unserem Konzept zur Jahrgangsgemischten Grundschule geben, um Sie bestmöglich zu informieren. Sollten Sie Fragen dazu haben, freuen wir uns, wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen.
Allgemeines
Die Otfried Preußler-Schule (OPS) ist eine Grundschule im vorderen Rheingau.
Die OPS ist eine einzügige Grundschule die seit 1999 in den Jahrgängen 1/2 jahrgangsgemischt unterrichtet. Die positiven Erfahrungen aus der Arbeit im Flexiblen Schulanfang haben uns in der Entscheidung unterstützt, ab dem Schuljahr 2017/2018 auch die Jahrgänge 3/4 zu mischen und am Schulversuch Jahrgangsgemischte Grundschule teilzunehmen. Diesen haben wir erfolgreich absolviert und sind seit dem Schuljahr 2021/2022 pädagogisch selbstständige Schule (PSES), sodass nun auch die Jahrgänge 3/4 zukünftig jahrgangsgemischt unterrichtet werden.
Aktuell unterrichten 10 Kolleginnen die Kinder im Vor- und Nachmittag. Außerdem haben wir Unterstützung durch eine FSJ-lerin.
Seit dem Schuljahr 2023/ 2024 arbeitet die Otfried Preußler-Schule als Ganztagsschule nach den Richtlinien des „Profils 2“ des Landes Hessen. Das Projekt wird vom Schulträger (Rheingau-Taunus-Kreis) unterstützt und wird in enger Vernetzung mit dem Kooperationspartner Förderverein „Kleine Hexe“ organisiert. Träger des Ganztagsangebotes ist der Förderverein. Mit den zur Verfügung gestellten Finanzmitteln werden die pädagogische Mittagsbetreuung, die Hausaufgabenbetreuung, Arbeitsgemeinschaften und Fördermaßnahmen angeboten und durchgeführt.
Die tägliche Betreuungszeit geht von 12:00 Uhr bis 16:00 Uhr. Es gibt dabei unterschiedliche Betreuungsmodelle.
Arbeitsweisen, Organisationsformen
Unser Arbeiten orientiert sich an den jeweiligen Curricula für die einzelnen Fächer.
Unsere Aufgabe ist es, eine Schule für alle Kinder zu sein und sie in ihren jeweiligen Begabungen zu fördern. Das Unterrichten in jahrgangsgemischten Gruppen und die damit verbundene individuelle Förderung und das individuelle Lernen, das die Kinder ab dem ersten Schultag kennen, erscheinen uns hierbei als sinnvollste Organisationsform.
Unsere zwei jahrgangsgemischten Flexi-Klassen bieten allen Kindern günstige Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten. Kennzeichnendes Merkmal unserer altersgemischten Lerngruppen ist die Unterschiedlichkeit, die Heterogenität der Kinder. Außerdem bieten unsere Flexi-Klassen günstige Voraussetzungen für das soziale Lernen. Rücksicht und Hilfsbereitschaft werden in Unterrichtssituationen immer wieder gefordert und ausgebildet.
Kinder, die viel Zeit zum Lernen und zur Entwicklung brauchen, erhalten die Möglichkeit, länger als zwei Jahre im Flexiblen Schulanfang zu bleiben. Das längere Verweilen erweist sich als unproblematisch, da ein Wechsel der Lernumgebung und der Bezugsperson vermieden wird. Kinder, die entsprechend ihrer Begabung schneller lernen, können auch bereits nach einem Jahr ins 3. Schuljahr versetzt werden.
Diese positiven Effekte und Gegebenheiten aus der Mischung 1/2 haben wir auf die Jahrgänge 3/4 ausgeweitet.
Alle Kinder, die die Lernziele der Jahrgangsstufe 2 erreicht haben, werden am Ende des Schuljahres in die Jahrgangsstufe 3 versetzt.
Das individuelle Lernen aus dem Flexiblen Schulanfang wird teilweise fortgeführt, jedoch werden auch Sequenzen frontal und vermehrt gemeinsam er- und bearbeitet. Dies ist notwendig, da alle Kinder die erforderlichen Klassenarbeiten schreiben müssen. Des Weiteren sollen die Kinder auch auf die Arbeitsweisen in den weiterführenden Schulen vorbereitet werden.
Das Arbeiten mit dem Wochenplan stellt für uns die organisatorische Rahmenbedingung dar. Damit ist das Lernen jederzeit für Schülerinnen und Schüler und für Eltern transparent. Die Kinder lernen zunehmend eine selbstständige Arbeitsorganisation und durch das Markieren bereits erledigter Aufgaben, wird für alle Beteiligten (Kind, Lehrkraft, Eltern) sichtbar, inwieweit das individuell gesetzte Ziel bereits erreicht wurde.
Die veränderten Arbeitsweisen erfordern im Einzelnen strukturelle Veränderungen:
- Der Vormittag wird in Unterrichtsblöcken von 90 bis 135 Minuten gegliedert.
- Fachunterricht erfordert teilweise eine Einhaltung der 45 Minuten-Taktung.
- Bedingt durch diesen Fachunterricht müssen sich die Kinder frühzeitig auf neue Lehrkräfte einstellen. (Training für die Situation an weiterführenden Schulen.)
- Aufbauend auf bereits erworbene Kompetenzen wird der Unterricht in der Mischung 3/4 so organisiert, dass diese Kompetenzen genutzt und erweitert werden.
- Die Kinder lernen zunehmend, sich ihre Arbeit über den Vormittag verteilt, selbst einzuteilen. (Arbeit mit dem Wochenplan)
Klassenarbeiten werden in allen Fächern dann jahrgangsbezogen verbindlich von allen geschrieben und benotet. Auch erhalten alle Kinder am Ende eines Halbjahres ein Ziffernzeugnis.
Der Englischunterricht findet jahrgangsbezogen statt. Bestimmte Themen wie z.B. die Fahrradprüfung finden ebenfalls jahrgangsbezogen statt.
Das Arbeits- und Sozialverhalten wird für die Kinder schuljahresbegleitend dokumentiert und den Kindern und Eltern transparent gemacht. Diese beiden Bereiche werden regelmäßig mit den Kindern besprochen, um ihnen aufzuzeigen, ob und an welchen Stellen sie gegebenenfalls an sich arbeiten können. Einmal pro Halbjahr erhalten alle Familien ein zusätzliches Gesprächsangebot.
